Heinz Jahnen Pflüger
Stadtplaner und Architekten Partnerschaft

Machbarkeitsstudie Shared Space Luckenwalde

[Bild: Shared Space in Haren (NL)]

Was ist Shared Space? Shared Space (deutsch etwa: „gemeinsam genutzter Raum“) ist ein europäisches Projekt zur Verbesserung bisher rein verkehrlich geprägter Stadträume.

Shared-Space geht von folgenden Thesen aus: · Die Leute sind vernünftiger als die Planer annehmen. · Die Nutzer der Straße werden nicht als „Verkehrsteilnehmer“, sondern als Menschen betrachtet. · Ein soziales, rücksichtsvolles Verhalten im Straßenverkehr ist möglich. · Verunsicherung führt zu vorsichtigem Fahren und schafft dadurch Sicherheit.

[Bild: Möglicher Shared Space Bereich in Luckenwalde]

Leitlinien für einen entsprechenden Straßenentwurf sind: · Gestaltung, die nur niedrige Fahrgeschwindigkeiten erlaubt · Keine Bordsteine, einheitlicher Bodenbelag von Fassade zu Fassade · Stellplätze dürfen die Übersicht nicht behindern · Kreuzungen werden zu Plätzen umgestaltet · Abbau der Verkehrsschilder

Geeignet sind Straßen, · die geräumig sind und eher wie Plätze wirken, · die so breit sind, dass viel Raum für Aufenthalt entsteht; · die ausreichende „Sicherheitszonen“ für die „schwachen“ Nutzer bieten, · in denen es viele Fußgänger und Radfahrer gibt und · in denen der Parkdruck nicht hoch ist.

Das Shared-Space-Projekt in Luckenwalde soll die Verkehrsverhältnisse verbessern, es soll aber vor allem auch ein Beitrag zur weiteren Aufwertung der Stadtgestalt sein. Als Entwurfselemente sind vorgesehen: Alle Flächen zwischen den Häusern, also auch die dreieckigen Grünbereiche neben der Straße werden in die Umgestaltung mit einbezogen. Ein Baumraster und Ausstattung schaffen sichere Bereiche für Fußgänger und Aufenthalt. Einbauten, die keine reinen Sperrelemente sind, gliedern den Raum: Sitzbänke, angehobene Baumbeete, niedrige Mauern oder Hecken. Damit die bestmögliche Übersichtlichkeit gewahrt bleibt, sollen diese Elemente maximal 60 cm hoch sein. Die Autos werden in „Fahrzonen“ geleitet, von denen auch einzelne Anlieferbereiche und Parkstände erreicht werden können. Alle anderen Nutzer des Straßenraums (Fußgänger, Radfahrer, Skater, Kinder, Sitzende) können sich überall aufhalten.

Heinz Jahnen Pflüger

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