Heinz Jahnen Pflüger
Stadtplaner und Architekten Partnerschaft

Städtebauliche Bemessung

[Bild: Ermittlung der erforderlichen Seitenräume]

Im Kern geht es bei der Städtebaulichen Bemessung darum, die bisherige und immer noch vielerorts übliche Praxis der Raumaufteilung von der Mitte aus umzukehren: anstatt dem Autoverkehr genug Raum zu geben (die anderen bekommen, was übrig bleibt) werden zunächst die Ansprüche der nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer ermittelt und – soweit dies möglich ist – quantifiziert; nun bekommt der motorisierte Verkehr, was übrig bleibt. Also Gestaltung nicht von der Fahrbahn, sondern von der Bebauung aus!

[Bild: Ermittlung der städtebaulich möglichen Fahrbahnbreite]

Die Städtebauliche Bemessung basiert auf drei Faktorengruppen:

  1. Proportionen zwischen befahrenen und unbefahrenen Flächen
  2. Ansprüche der Randnutzungen an den Straßenraum
  3. Ansprüche des Fußgänger-Längsverkehrs

Aus diesen drei Faktoren läßt sich die erforderliche Seitenraumbreite ermitteln, aus dieser im Vergleich zur Gesamtraumbreite die mögliche Breite der Fahrbahn.

[Bild: Straßenraumgestaltung ohne und mit Städtebaulicher Bemessung]

Mit Hilfe der Städtebaulichen Bemessung können künftig die Erfordernisse der nicht-motorisierten Nutzer der Straße quantitativ fundiert den Ansprüchen der motorisierten Nutzer gegenübergestellt werden. In der Regel wird ein Kompromiss erforderlich sein; die Städtebauliche Bemessung stärkt dabei die Argumente der nicht-motorisierten Nutzer.

Heinz Jahnen Pflüger

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